Schilddrüsenerkrankungen

Ein Verdacht auf eine Schilddrüsenanomalie ergibt sich häufig aus relativ unspezifischen Allgemeinbeschwerden wie Müdigkeit, Nervosität, Gewichtsveränderungen, etc.. Evtl. können auch Lokalbeschwerden wie ein zervikales Kloßgefühl, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden hinzukommen. Eine vergrößerte Schilddrüse kann tastbar sein, ebenso wie vergrößerte zervikale Lymphknoten. Sollten Sie bei einem Patienten den Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung haben, so freuen wir uns über eine Überweisung zur weiteren Abklärung.

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Erstvorstellung

In der Regel erfolgen nach einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Sonographie sowie eine Blutentnahme. Evtl. wird der Arzt zusätzlich eine Szintigraphie veranlassen, die ebenfalls gleich im Rahmen der Erstvorstellung erfolgen kann, so dass keine weitere Überweisung notwendig ist. Hierbei gilt es zu beachten, dass in den letzten 3 Monaten keine Gaben hoher Jodmengen, wie sie zum Beispiel in Röntgenkontrastmitteln oder Desinfektionsmitteln, aber auch in Lachsölkapseln oder Multivitaminpräparaten enthalten sind, erfolgt sind. Die Bearbeitung der Blutentnahmen erfolgt im Zentrallabor und nimmt ca. 2 Tage in Anspruch. Nach ca. 1-2 Wochen kann in der Regel mit dem Befundbericht sowie der weiteren Therapieempfehlung gerechnet werden. Eine Verschreibung von schilddrüsenspezifischen Medikamenten nehmen wir in der Regel selbst vor und schicken dem Patienten ein entsprechendes Rezept zu.

Weiterführende Therapie

Unsere Klinik bietet am Campus Virchow-Klinikum die stationäre Radiojodtherapie benigner und maligner Schilddrüsenerkrankungen an. Sollten Sie weitere Informationen wünschen, so wenden Sie sich bitte an unsere Anmeldung. Sollte eine operative Sanierung der Schilddrüse notwendig sein, so organisieren wir gerne eine Vorstellung in den chirurgischen Polikliniken der jeweiligen Standorte der Charité.

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Übersicht über die wichtigsten Mittel zur Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung: Leitlinie der DGN

Überblick über die häufigsten Diagnosen

Im Folgenden haben wir für Sie einen tabellarischen Überblick über die wichtigsten Diagnosen der Schilddrüse zusammengestellt.

Diagnose Labor Sonographie Szintigraphie Feinnadelpunktion
unauffällige SD Euthyreose normale Größe, homogenes, isoechogenes Schallmuster    
Struma Euthyreose, Hyper- und Hypothyreose möglich vergrößertes Organ (♀>20 ml, ♂>25 ml), evtl. inhomogenes oder echoarmes Schallmuster evtl. mit Knoten Verminderter, normaler oder erhöhter Uptake möglich  
uni-/ multifokale Autonomie Euthyreose, latente oder manifeste Hyperthyreose Nachweis von einem oder mehreren Knoten fokale oder multifokale Mehranreicherung ("warmer" oder "heißer" Knoten)  
disseminierte Autonomie latente oder manifeste Hyperthyreose, TRAK nicht erhöht kein Knotennachweis, meist leicht inhomogenes Schallmuster homogene Anreicherung mit erhöhtem globalen Uptake  
Mb. Basedow selten Euthyreose, latente oder oft manifeste Hyperthyreose, TRAK erhöht kein Knotennachweis, meist echoarmes, leicht inhomogenes Schallmuster homogene Anreicherung mit stark erhöhtem globalen Uptake  
Thyreoiditis vom Typ Hashimoto zu Beginn evtl. latente Hyperthyreose; im Verlauf meist Hypothyreose, TAK und Anti-TPO-Antikörper erhöht kein Knotennachweis, meist echoarmes, leicht inhomogenes Schallmuster homogene Anreicherung mit vermindertem globalen Uptake  
subakute Thyreoiditis de Quervain oft latente oder manifeste Hyperthyreose, Entzündungsparameter (CRP, BSG) erhöht echoarmes, inhomogenes Schallmuster; evtl. Struma oder kleines Organ meist verminderter Uptake  
Hypothyreose unklarer Genese latente oder manifeste Hypothyreose, TAK und Anti-TPO-Antikörper nicht erhöht isoechogenes Schallmuster; evtl. kleines Organ meist verminderter Uptake  
papilläres/ follikuläres Karzinom Euthyreose; evtl. TAK und Thyreoglobulin erhöht (präoperativ unspezifisch; postoperativ Tumormarker) echoarmer, evtl. schlecht abgrenzbarer Knoten; evtl. echoarme, vergrößerte Lymphknoten zervikal fokale Minderanreicherung ("kalter Knoten") pathologischer Nachweis maligner Zellen
medulläres Karzinom Euthyreose, evtl. Calcitonin erhöht echoarmer, evtl. schlecht abgrenzbarer Knoten, gelegentlich mit Kalkstipchen fokale Minderanreicherung ("kalter Knoten") pathologischer Nachweis maligner Zellen