Ambulante Behandlungen

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Radiumtherapie bei Mb. Bechterew

Die Radiumtherapie bei Morbus Bechterew führt zu einer Schmerzreduktion und einem Aufhalten des fortschreitenden Umbauprozesses der Wirbelsäule. Sie wurde über viele Jahre erfolgreich durchgeführt, bis die Produktion vom einzigen Hersteller 2006 eingestellt wurde. Seit Anfang 2010 ist hoch aufgereinigtes Ra-224 erneut erhältlich und kann für die Behandlung von Patienten eingesetzt werden. Ob die Radium-Therapie für Sie geeignet ist, kann Ihnen Ihr behandelnder Rheumatologe oder Nuklearmediziner sagen. Für die ambulante Durchführung dieser Therapie ist eine Kostenübernahme der Krankenkasse erforderlich.
Das Radium wird dabei ähnlich wie Calcium in den Knochen und dabei vor allem in frische Verkalkungen eingebaut. Bei Ra-224 handelt es sich um einen Alphastrahler mit sehr kurzer Reichweite (nur einige µm im Gewebe) und hoher biologischer Wirksamkeit. Die Folge ist eine Verlangsamung der Verknöcherungsprozesse und eine Abnahme der begleitenden Entzündungsreaktion. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu Beginn der Therapie bleibt erhalten und es tritt eine Linderung der Schmerzen auf.

Die Therapie besteht in 10 intravenösen Einzelgaben einer geringen Menge Ra-224-Chlorid im wöchentlichen Abstand. Die Therapie darf während dieser Zeit nicht unterbrochen werden.

Schmerztherapie bei Knochenmetastasen

Die nuklearmedizinische Schmerztherapie von Knochenmetastasen ist eine palliative Therapie und damit nicht zur Heilung, sondern zur Linderung von Schmerzen geeignet.

In etwa 70 % der Fälle wird eine deutliche Besserung der Schmerzen erzielt, eine völlige Schmerzfreiheit tritt jedoch nur selten auf. Dabei werden Substanzen genutzt, die sich im Knochen anreichern (Bisphosphonate) und an einen energiereichen Betastrahler kurzer Reichweite gekoppelt sind. Die Schmerztherapie wird ambulant durchgeführt – d. h. der Patient kann nach der Applikation des Radiopharmakons die Klinik wieder verlassen.
Für die ambulante Schmerztherapie ist eine gesonderte Kostenübernahme der Krankenkasse erforderlich.

Im Vorfeld sollte eine aktuelle Knochenszintigraphie angefertigt bzw. mitgebracht werden.

Zunächst erfolgen dann ein ausführliches Gespräch und eine Aufklärung über die möglichen Nebenwirkungen der Schmerztherapie von Knochenmetastasen mit einem unserer Ärzte. Dann wird eine intravenöse Verweilkanüle (in der Regel an einer Armvene) gelegt, damit das Radiopharmakon sicher injiziert werden kann. Anschließend wird das Radiopharmakon über 10 min langsam über die Venenverweilkanüle injiziert. Nach einer gewissen Einwirkzeit wird dann noch eine Szintigraphie angefertigt, um die Verteilung im Knochen zu dokumentieren. Danach wird die Venenverweilkanüle entfernt und Sie werden nach Hause entlassen.

Zur Nachbehandlung wird Ihr behandelnder Onkologe/Hausarzt regelmäßige Blutbildkontrollen vornehmen.
   
In seltenen Fällen kann es in den ersten Tagen nach der Injektion zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Knochenschmerzen kommen. Hiernach klingen die Schmerzen dann allmählich ab. Des Weiteren kann es zu Veränderungen des Blutbildes kommen, was mit einer erhöhten Infektions- bzw. Blutungsgefahr einhergehen kann. Das Blutbild wird durch ca. wöchentliche Blutentnahmen bis 3 Monate nach der Therapie durch den behandelnden Onkologen oder Hausarzt überwacht. Gegebenenfalls können dann vorübergehend Medikamente verschrieben werden, die die Blutbildung des Knochenmarks anregen. In seltenen Fällen wird eine Transfusion von Blutplättchen (Thrombozyten) notwendig.

Radiosynoviorthese (RSO) bei Gelenkschmerzen

Die Radiosynoviorthese (RSO) besteht in der Injektion einer geringen Menge eines Betastrahlers kurzer Reichweite direkt in ein oder mehrere Gelenke und wird bei entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt. Dabei eignet sich die RSO insbesondere, wenn die Entzündung v. a. die Gelenkinnenhaut (Synovia) betrifft.

Nach der Injektion wird das Radiopharmakon von den oberflächlichen Zellen der Gelenkinnenhaut aufgenommen. Durch die kurze Reichweite des injizierten Nuklids wird nahezu ausschließlich die Gelenkinnenhaut und damit die an der Entzündung maßgeblich beteiligten Zellen bestrahlt. Die Folge ist eine Rückbildung der Entzündung mit Beschwerdebesserung nach einigen Wochen. Die Wirkung hält in der Regel für 3-12 Monaten an, je nach Ausmaß der ursprünglichen Beschwerden. Weiterhin kann die RSO bei wiederkehrenden Schmerzen auch problemlos wiederholt werden.

Es erfolgt eine einmalige Injektion der radioaktiven Substanz in das betreffende Gelenk. Dabei stehen je nach Größe des betroffenen Gelenks drei Radiopharmaka mit unterschiedlicher Reichweite zur Verfügung. Bei Vorliegen eines Gelenkergusses wird dieser vor der Injektion des Nuklids abpunktiert. Die Punktion des Gelenks wird unter Röntgenkontrolle durchgeführt, so dass der Arzt die ganze Zeit sieht, wo sich die Injektionsnadel befindet. In der Regel erfolgt auch die Injektion eines Lokalanästhetikums sowie eines Kortikosteroids, um eine sofortige Linderung der Beschwerden herbeizuführen und die Zeit bis zum Wirkungseintritt des Radiopharmakons zu überbrücken. Unmittelbar anschließend wird das Gelenk bandagiert und muss für 48 h strikt ruhiggestellt werden. Die Ruhigstellung ist sehr wichtig, da hierdurch ein Abfließen der eingespritzten Substanz aus der Gelenkhöhle verhindert wird. Bei Therapie von Gelenken der unteren Körperhälfte (Hüft- und Kniegelenke, Sprung- und Zehengelenke) bedeutet dies, dass die betreffende Extremität für 48 h nicht belastet werden sollte. Ferner sollte das Gelenk für eine weitere Woche geschont werden.

Bei regelrechter Injektion des Radiopharmakons in die Gelenkhöhle, welche durch die Röntgenkontrolle sichergestellt wird, treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf. In seltenen Fällen (ca. 10 %) kann es zu einer initialen Verstärkung der  Gelenkbeschwerden kommen, die jedoch nur einige Tage anhält. Bei leichten Lokalbeschwerden wie Rötung oder Überwärmung sollte eine Kühlung mit  Eispackung sowie eine Ruhigstellung des Gelenks (evtl. über den Zeitraum von 48 h hinaus) erfolgen. Spätschäden aufgrund der Strahlenexposition sind nicht bekannt.

Ambulantes Therapiespektrum im Überblick

Therapie   Radiopharmakon Vorbereitung * Dauer
RADIOSYNOVIORTHESE • Intraartikuläre Schmerztherapie Y-90-Citrat 2- /3-Phasen-Skelettszintigraphie ca. 60 min
    Re-186-Sulfid 2- /3-Phasen-Skelettszintigraphie ca. 60 min
    Er-169-Citrat 2- /3-Phasen-Skelettszintigraphie ca. 60 min
ZEVALINTHERAPIE CD20 positive Lymphome Y-90-Ibritumomabtiuxetan ggf. Dosimetrie, zweimalige ambulante Gabe von Rituximab ca. 60 min
PALLIATIVE SCHMERZTHERAPIE • Knochenmetastasen Sm-153-EDTMP Skelettszintigraphie ca. 60 min
    Re-186-HEDP Skelettszintigraphie ca. 60 min