Blut-Veränderungen

Die Nuklearmedizin bietet eine Reihe von Methoden an, die sich mit dem blutbildenden System beschäftigen.

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Diagnostik seltener Bluterkrankungen

Bei bestimmten Formen der Blutarmut kann z.B. die Eisenkinetik mit der Frage nach einer Störung der Eisenresorption bzw. des Einbaus in die roten Blutkörperchen oder aber eine sogenannte Bestimmung der Erythrozytenüberlebenszeit (Überlebenszeit der roten Blutkörperchen) unter Bestimmung des Abbauortes sehr hilfreich sein. Der Schillingstest mit der Frage nach einer Vitamin-B12-Resorptions-/Ausscheidungsstörung kann leider nicht mehr angeboten werden, da der Hersteller diesen Test nicht mehr produziert. In ähnlicher Weise können bei verminderter Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut Untersuchungen zur Thrombozytenüberlebenszeit, ebenfalls unter Bestimmung des Abbauortes, durchgeführt werden. Zur Klärung, ob eine Störung der Menge des im Körper zirkulierenden Blutes vorliegt, kann eine nuklearmedizinische Blutvolumenbestimmung durchgeführt werden.

Eisenkinetik

Bei bestimmten Formen der Blutarmut (Anämie) kann die Untersuchung der Eisenkinetik klären, ob eine Eisenresorptionsstörung vorliegt. Hierzu bekommen Sie eine geringe Menge radioaktiven Eisens als Trunk. Nach 3 und 10 Tagen wird mittels einer Sonde überprüft, ob das Eisen in ausreichender Menge vom Körper aufgenommen wurde. Eisen, das nicht aufgenommen wurde, wird normalerweise über den Stuhl ausgeschieden. Zu dieser Untersuchung sollten Sie bitte nüchtern erscheinen, Trinken ist erlaubt.

Ist unklar, ob in das Blut gelangtes Eisen normal in die roten Blutkörperchen eingebaut wird, erhalten Sie eine geringe Menge radioaktiven Eisens intravenös gespritzt. Anschließend wird in Blutproben gemessen, ob das Eisen aus dem Blut rasch genug verschwindet (um im Knochenmark in die normale Bildung der roten Blutkörperchen eingeschleust zu werden). Die Untersuchung wird ergänzt durch Sondenmessungen über dem Knochenmark (unblutig, nicht schmerzhaft) sowie der Leber und Milz, um zu prüfen, ob das Eisen nicht fälschlicherweise in Leber und Milz eingelagert wird. Ferner kann festgestellt werden, ob es dem normalen Zyklus der Bildung der roten Blutkörperchen folgend zunächst im Knochenmark nachgewiesen werden kann und sodann mit den neugebildeten roten Blutkörperchen in das Blut zurückkehrt. Die Untersuchung besteht in Blutentnahmen und unblutigen Messungen am 1., 2., 3., 7. und am 10. Tag nach der Eisengabe. Vor dieser Untersuchung können Sie gerne gefrühstückt haben.

Erythrozytenüberlebenszeit

Stellt sich bei einer Verminderung der roten Blutkörperchen die Frage, ob diese vorzeitig und krankhaft z.B. in der Milz abgebaut werden, kann eine nuklearmedizinische Bestimmung der Erythrozytenüberlebenszeit unter Bestimmung des Abbauortes durchgeführt werden.

Hierzu wird Ihnen 10 ml Blut entnommen, die roten Blutkörperchen abgetrennt und mit Chrom-51 schwach radioaktiv markiert. Anschließend erhalten Sie Ihre roten Blutkörperchen zurück und es wird am 1. Tag bis 4 h, dann nach 24 und 48 h und daraufhin 1-2x pro Woche für bis zu 4 Wochen jeweils eine Blutprobe entnommen und eine unblutige Sondenmessung durchgeführt. In der Blutprobe wird geprüft, wie viele der ursprünglich vorhandenen, radioaktiven roten Blutkörperchen noch nachweisbar sind ("Überlebenszeit").  Mittels Sondenmessungen wird ermittelt, ob eine normale oder krankhaft erhöhte Speicherung (Abbau) der roten Blutkörperchen in Leber oder Milz stattfindet.

Vor dieser Untersuchung können Sie gerne gefrühstückt haben.

Thrombozytenüberlebenszeit

Stellt sich bei einer Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) die Frage, ob diese vorzeitig und krankhaft z.B. in der Milz abgebaut werden, kann eine nuklearmedizinische Bestimmung der Thrombozytenüberlebenszeit mit Bestimmung des Abbauortes durchgeführt werden.

Hierzu wird Ihnen 45 ml Blut entnommen, die Thrombozyten abgetrennt und mit In-111-Oxin schwach radioaktiv markiert. Anschließend erhalten Sie Ihre Thrombozyten zurück und es wird am 1. Tag bis 4 h, anschließend nach 24, 48 h und dann 1-2x pro Woche für bis zu 2 Wochen jeweils eine Blutprobe entnommen und eine unblutige Kameramessung durchgeführt. In der Blutprobe wird geprüft, wie viel der ursprünglich vorhandenen radioaktiven Thrombozyten noch nachweisbar sind ("Überlebenszeit") und mittels Kameramessungen wird ermittelt, ob eine normale oder krankhaft erhöhte Speicherung (Abbau) der Thrombozyten in Leber oder Milz stattfindet.

Vor dieser Untersuchung können Sie gerne gefrühstückt haben.