Nierendiagnostik allgemein

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Normale Nierenszintigraphie über 40 min.

Die nuklearmedizinische Nierendiagnostik wird zur Darstellung der Durchblutung, der verschiedenen Teilfunktionen der Niere und des Harnabflusses genutzt. Im Regelfall wird eine schwach radioaktive Substanz intravenös appliziert, die dann über die Nieren ausgeschieden wird. Es werden dann Messungen der Blutradioaktivität (Blutproben) vorgenommen und eine Bildsequenz (Szintigraphie) angefertigt. 
Die Dauer der Untersuchung und der genaue technische Ablauf kann je nach Fragestellung unterschiedlich sein.

 

 

 

 

 

 

 

 



Nierendurchblutung, Nierenfunktion und Harnabfluß

Die Ausscheidung über die Nieren wird hauptsächlich durch zwei unterschiedliche Mechanismen gewährleistet: zum Einen wird das Blut sehr fein gefiltert (glomeruläre Filtration), zum Anderen erfolgt eine aktive Ausscheidung von Substanzen aus dem Blutstrom in die kleinen Nierenkanäle (tubuläre Sekretion). Für beide Teilfunktionen gibt es eine schwach radioaktiv markierte Substanz die im Blut gemessen bzw. mit einer Gammakamera sichtbar gemacht werden kann. Dazu wird üblicherweise eine geringe Menge intravenös appliziert und der Blutspiegel nach 20 und 40 min bestimmt. Der Abfall der Blutradioaktivität ist ein Maß für die Ausscheidung über die Niere. Diese Verfahren werden als Clearance bezeichnet. Üblich ist die Bestimmung der Tc-99m-DTPA-Clearance zur Messung der Filtrationsrate und die Tc-99m-MAG3-Clearance zur Messung der tubulären Sekretion (effektiver renaler Plasmafluss). Wenn die Frage gestellt wird, ob  beide Nieren unterschiedlich gut arbeiten, wird im Regelfall eine tubulär ausgeschiedene Substanz (Tc-99m-MAG3) intravenös appliziert und eine Bildsequenz (dynamische Szintigraphie) über 40 min mit einer Gammakamera angefertigt. Die initialen Sequenzen dienen dabei zur Beurteilung der Durchblutung und der Funktionsanteile der Nieren. Durch vorherige Einnahme eines bestimmten Medikaments kann auch eine nierenseitig bedingte Blutdruckerhöhung nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden.

Die Beurteilung des Harnabflusses erfolgt im Rahmen o.g. Untersuchung mittels Tc-99m-MAG3 an der Gammakamera. Diese Untersuchung wird ggf. durch die zusätzliche Gabe eines harntreibenden Medikaments modifiziert, um das Ausmaß einer Abflussstörung genau einschätzen zu können. Bei der Frage, ob ein Rückfluss des Harns aus der Blase in die Nieren vorliegt, kann die radioaktive Substanz auch direkt in die Blase gegeben werden oder der Patient wird zum Ende der Nierenszintigraphie gebeten, die Blase zu entleeren bzw. wird durch Druck auf die Blase von außen ein möglicher Rückfluss geprüft.

Für die Nierenszintigraphie brauchen sie nicht nüchtern zu sein. Wir bitten Sie sogar darum, schon vor der Untersuchung viel zu trinken, da die Nierenfunktion bei zu geringer Trinkmenge fälschlich zu niedrig eingeschätzt werden kann. Ihre Medikamente können Sie wie gewohnt einnehmen, sofern es sich nicht nach der Frage nach nierenbedingt erhöhtem Blutdruck handelt (in diesem Falle gibt man Ihnen im Zuge der Terminvergabe gerne Auskunft).