Schilddrüsendiagnostik

Die Nuklearmedizin bietet schwerpunktmäßig eine Schilddrüsensprechstunde an, die neben der Beratung alle technischen Untersuchungen sowie die Blutanalyse für die Schilddrüsendiagnostik vorhält. Für Patienten mit Schilddrüsenkarzinom wird zudem eine besondere Nachsorgesprechstunde angeboten.

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Schilddrüsenerkrankungen

Funktionsstörungen und Vergrößerung der Schilddrüse

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich z.B. durch übermäßiges Schwitzen, Herzrasen, Unruhe oder Haarausfall bemerkbar machen. Die Unterfunktion geht eher mit Müdigkeit, Gewichtszunahme und Frieren einher. Auch sind familiäre Vorbelastungen seitens der Schilddrüse nicht selten.

Das In-vitro-Labor führt die notwendige Bestimmung von Hormonspiegeln und Antikörpern im Blut durch. Die technischen Untersuchungen umfassen die Sonographie (Ultraschall), bei der Strukturveränderungen des Gewebes sichtbar gemacht werden und Größenbestimmungen der Organe der Halsweichteile möglich sind, und die Szintigraphie. Mit der Szintigraphie, die in einer zehnminütigen Aufnahme der Halsregion nach Einspritzen einer geringfügigen Menge einer dem Jod ähnlichen Substanz (Tc-99m-Pertechnetat) besteht, wird die Funktion der einzelnen Schilddrüsenanteile bestimmt. Somit kann z.B. zwischen "kalten" und "heißen" Knoten differenziert werden. In speziellen Fällen muß auch nach ektopem (an "falscher" Stelle liegendes, z.B. im Unterbauch) Schilddrüsengewebe mittels I-123 gefahndet werden.

Die Klinik für Nuklearmedizin führt auch ultraschallgestützte Punktionen zur weiteren Abklärung von Knoten durch (Feinnadelaspiration). Bei großen, flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen (Zysten) kann eine ultraschallgestützte Zystenentleerung vorgenommen werden, welche lokale Beschwerden oft sofort verschwinden läßt.

Sollte eine Radiojodtherapie notwendig werden, so würden die vorbereitenden Messungen  ebenfalls in der Schilddrüsensprechstunde vorgenommen. In der Regel handelt es sich um den sogenannten Radiojodtest, bei dem Montags eine Kapsel mit einer geringen Testmenge radioaktiven Jods genommen wird und mittels einminütiger Messungen an den folgenden Tagen ermittelt wird, wieviel Jod in die Schilddrüse aufgenommen und wie schnell es wieder ausgeschieden wird. Dies dient zum Einen der genauen Ermittlung der für Ihre Erkrankung notwendigen therapeutischen Aktivitätsmenge, zum Anderen der Berechnung der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer auf der Station.

Schilddrüsentumore

Das Schilddrüsenkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Schilddrüse. Es gibt im Wesentlichen vier Unterformen, die auf gleiche Art und Weise diagnostiziert werden, bei familiären Formen in enger Zusammenarbeit mit der Genetik.

Initial wird typischerweise ein Knoten in der Schilddrüse bemerkt, welcher dann z.B. bei uns per Ultraschall und Szintigraphie abgeklärt wird. In einigen Fällen wird auch eine kleine Punktion der Schilddrüse zur Gewinnung einer Gewebeprobe erforderlich sein. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle handelt es sich dann um einen gutartigen Knoten.

Sollte bei Ihnen jedoch der Verdacht auf ein Karzinom bestehen, so richtet sich die weitere Behandlung nach dem Ergebnis der Gewebeprobe. Die meisten Formen können durch eine OP mit evtl. anschließender Radiojodtherapie geheilt werden. Was in Ihrem Falle zu tun ist, wird ihr Arzt in Ruhe mit Ihnen besprechen.