Selektive interne Radiotherapie (SIRT)

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Selektive interne Radiotherapie (SIRT)

Die SIRT wird zur Behandlung von Lebertumoren sowie Lebermetastasen angewandt. Sie wird in Kooperation mit der Klinik für Strahlenheilkunde am Standort Campus Virchow-Klinikum durchgeführt. Bei der SIRT handelt es sich um eine palliative Therapie, die zur Linderung von Beschwerden und Verbesserung der Lebensqualität beitragen soll. Von einer vollständigen Entfernung des Tumors/der Tumoren bzw. Heilung ist nicht auszugehen. Der Patient wird auf die nuklearmedizinische Station aufgenommen und kann in der Regel nach ca. 2 Tagen nach Hause entlassen werden. Ob die SIRT für Sie geeignet ist, kann Ihnen der Nuklearmediziner bzw. der interventionell tätige Radiologe sagen. Bei Fragen und zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an die Klinik für Strahlenheilkunde.

Die SIRT erfolgt mit kleinen Partikeln (so genannten Mikrosphären), die mit einem Betastrahler kurzer Reichweite (Yttrium-90) beladen sind. Über einen speziellen Katheter, der über das Gefäßsystem eingeführt wird, wird der Radiologe die Partikel in die den Tumor versorgende Arterie injizieren. Es kommt dann zu einer Verstopfung (Embolisation) der kleinen tumorversorgenden Arterien (so genannte Endarterien), so dass die Blutversorgung des Tumors stark gedrosselt wird. Der Tumor wird damit von der Nährstoffversorgung abgeschnitten und stirbt ab. Zusätzlich werden die Tumorzellen durch das radioaktive Yttrium-90 von innen bestrahlt, was ebenfalls zum Zelluntergang des Tumors beiträgt.

Praktische Durchführung

Im Vorfeld sind verschiedene Untersuchungen (u. a. eine Angiographie und eine Szintigraphie) notwendig, um zu überprüfen, ob die Therapie durchführbar ist. Am Tag der stationären Aufnahme erfolgen zunächst ein ausführliches Vorgespräch und eine Aufklärung durch den behandelnden Radiologen und den Stationsarzt. Anschließend erfolgt die erneute angiographische Darstellung der Lebergefäße und eventuell der Verschluss unerwünschter Gefäßabgänge zu anderen Organen (z.B. Magen). Dann werden die Mikrosphären langsam und gezielt über einen Zeitraum von 30-60 min in die Leber verabreicht. In der Regel erfolgt ein stationärer Aufenthalt von 2 Tagen auf der nuklearmedizinischen Therapiestation zur Nachbeobachtung. Nach 6 und nach 12 Wochen und dann alle drei Monate führen die Kollegen der Klinik für Strahlenheilkunde Blutuntersuchungen sowie eine MRT zur Kontrolle des Therapieerfolges durch.

Nebenwirkungen

Komplikationen können sich zum Einen durch die Angiographie ergeben (z.B. Blutung, Bluterguss, Infektion, etc.). Zusätzlich sind durch die Radioembolisation zum so genannten Postembolisations-Syndrom kommen. Hierbei treten grippeähnliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Oberbauchschmerzen auf. Die Ursache hierfür sind die Embolisation an sich sowie der rasche Tumorzufall in der ersten Zeit (1-5 Tage) nach der Therapie. Selten kann es auch trotz der ausführlichen prätherapeutischen Diagnostik zu Komplikationen durch die Bestrahlung wie Magenentzündung (Gastritis) oder Magengeschwüre (Ulcus) kommen. Sehr selten sind auch Lungenfibrosen oder Strahlenschäden an der Leber (radiogen induced liver disease RILD) beschrieben.

Links

Verlinkung zum Webportal: http://www.leberkrebstherapie.org/